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Germany ? I've never heard of it!

  • Autorenbild: Henne
    Henne
  • 31. Dez. 2021
  • 3 Min. Lesezeit

Wir übernachten auf einen Campingplatz kurz vor dem Sanipass, damit wir möglichst schnell am nächsten Morgen zum Startpunkt kommen. Meist kommt der Regen gegen Nachmittag, daher wollen wir früh los. Bei Regen verwandelt sich die Straße in eine Matschpiste und auch mit einem Allradfahrzeug ist es dann nicht mehr so einfach. Natürlich stehen wir zu spät auf, verquatschen uns mit netten Schweizern und kommen erst gegen 9.30 Uhr los. Aber das Wetter ist Bombe. An der Grenze müssen wir einen Corona Schnelltest machen. Zum Glück negativ. Wir haben uns schon gefragt, was passieren würde, wenn der jetzt positiv gewesen wäre? Quarantäne in Charly?

Die Landschaft am Sanipass ist wunderschön. Perfekt für einen kleinen Drohnenflug. Charly fährt wie auf Schienen die steile Schotterpiste bis zur Grenze hinauf.

„Wie gehts?“ werden wir an der Grenzstation begrüßt. Verwundert antworten wir auf deutsch und der Grenzbeamte erzählt uns, dass er ein paar Monate in Heidelberg gelebt hat. Im Grenzkabuff wuselt die ganze Familie herum und im Hintergrund wird das Mittagessen vorbereitet. Fette Würste werden in den Kochtopf geworfen. Mmh, lecker …

Schon an der Grenze sehen wir Einheimische, die völlig vermummt sind. Sie tragen lange Wolldecken um den Körper und eine Art Wollsturmmaske, die bis auf die Augen, das gesamte Gesicht verhüllt. Sieht ein bisschen gruselig aus. Es sind Schäfer. Bei dem starken Wind, der uns da oben um die Ohren pfeift, können wir das Outfit jetzt verstehen.

Im highest Pub in Africa können wir uns einen Drink, naja, erstmal einen Kaffee, und genießen die Aussicht. Wir merken, dass wir uns in Daunenjacke in den Bergen richtig wohl fühlen. Und es gibt sogar exzellenten Glühwein!

Wir lernen ein südafrikanisches Paar kennen, die gerade eine Mehrtageswanderung unternehmen. Der Typ kennt sich richtig gut aus und gibt uns viele Tipps für die Northern Traverse in den Drakensbergen, an der wir sehr interessiert sind…

Das Plateau mit seiner steilen Abbruchkante sieht nach einem spannenden Fluggelände aus. Auch bei relativ starken Wind steht die Drohne stabil und macht richtig coole Aufnahmen. Zurück am Pub werde ich von vier lesothischen jungen Leuten angesprochen, ein Mädel und drei Jungs. „ke bua sesotho“ = ich spreche sesotho bringen sie uns bei. „Ich spreche deutsch“ kommt ihnen nicht ganz so leicht über die Lippen. Wir machen noch ein gemeinsames Foto und verabschieden uns. Nach einer Weile werden wir erneut von einem netten lesothischen Paar angesprochen. Sie sind ganz neugierig und wundern sich, als wir erzählen, dass wir am Abend noch selbst kochen :) Auch die beiden sind ganz scharf auf ein Foto. Diesmal vergessen wir nicht auch mit unserer Kamera ein Bild zu machen. Zu der Sani Mountain Lodge, gehört auch noch ein Backpapers und ein „Campingplatz“. Das Backpapers, ist angeblich komplett ausgebucht. In dem Gebäude sind Toiletten, Duschen und eine Küche, die wir benutzen dürfen. Kein Hinweis auf irgendwelche anderen Gäste. Komisch, es sollte doch ausgebucht sein?! Als wir uns Bett fertig machen, hören wir auf einmal laute Mucke von draußen. Ein Minibus hält vor dem Gebäude und plötzlich spazieren 10 junge, laute, gut gelaunte, Mädels herein. Ein Glück schlafen wir in Charly und nicht im Dorm. Die Hostelzeiten haben wir, glaub ich, hinter uns 😅

Am nächsten Tag wollen wir auf den Hodgsons Peak. Ein Gipfel ganz in der Nähe. Frohen Mutes wandern wir los. Als es bergauf geht, merken wir die Höhe deutlich. Wir sind zwar nur auf 3000 m, aber die Luft ist deutlich dünner. Mit Schnappatmung und brennenden Schenkeln geht es im Schneckentempo voran. Glücklich erreichen wir den Nordgipfel. Hier oben fühlen wir uns richtig wohl! Wir zwei auf dem Gipfel mit Tee und Keksen nach einem anstrengenden Aufstieg, das ist einfach das Beste. Da wir noch nicht genug haben, gehen wir auch noch auf den Südgipfel. Ich glaube wir müssen mehr trainieren… Unten angekommen sind wir fix und fertig. Nach dem Abendessen gehen wir gegen 20 Uhr pennen und schlafen 10-11 Stunden durch. Am nächsten Tag fahren wir auf dem „Roof of Africa“ über steile Pässe durch Lesotho. Die Höhe macht nicht nur uns zu schaffen. Im ersten Gang, mit 15 km/h und eine schwarze Wolke hinterlassend, knattert Charly die Berge hoch. Er hört sich irgendwie krank an, vielleicht müssen wir mal den Motor checken lassen. Als wir wieder auf 1500 m sind ist er zum Glück wieder der Alte und bringt uns schnurrend zum nächsten Campingplatz. Auf dem Weg geraten wir in unsere erste Polizeikontrolle. Der Polizist ist sehr freundlich, fragt uns, wo wir herkommen. Germany…sagen wir. „Aha, mmh, Germany … , i‘ve never heard of it.“ Trotzdem dürfen wir weiterfahren. Die zwei nächsten Verkehrskontrollen verlaufen auch ganz unkompliziert und trotz ungültigem Coronatest, dürfen wir, nach 72 Stunden in dem schönen Lesotho, wieder nach Südafrika einreisen.

Sanipass




Lesotho





 
 
 

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