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Central Kalahari Game Reserve

  • Autorenbild: Henne
    Henne
  • 13. Feb. 2022
  • 4 Min. Lesezeit

Von der schnurgeraden Hauptstraße biegen wir endlich auf die Piste Richtung Matswere Gate ab. Es geht zwei Stunden über eine Sandpiste durch den Busch, so langsam fühlt es sich nach Wildnis an.


Am Gate können wir alle Campingplätze buchen. Es gibt staatliche und private Plätze. Die privaten sind teilweise 12x so teuer, wie die staatlichen Plätze.

Das Central Kalahari Game Reserve ist weltweit das zweitgrößte Wildtierreservat. Die Kalahariwüste hab ich mir irgendwie anders vorgestellt. Nicht so grün. Eher sandig. Hier grünt und blüht alles. Vor lauter Gräsern, die teilweise über einen Meter hoch sind, sieht man die Tiere kaum. Zum Glück sind Giraffen größer als einen Meter. Direkt hinter dem Gate steht eine große Herde, mindestens 20 Tiere. Toll! Wir sehen außerdem zum ersten Mal Oryxantilopen. Und keine anderen Autos weit und breit.


Der erste Campingplatz nennt sich Deception Nr. 3. Es gibt eine Feuerstelle, einen Schatten spendenden Baum, ein Plumpsklo und eine Duschkonstruktion mit einem Eimer, den man mit dem eigenen Wasser füllen muss. Hier gibt es nun keine Zäune. Dementsprechend halte ich mich immer in der Nähe des Autos auf. Mark macht ein Feuerchen, auf dem wir unsere vegetarischen Burger grillen.


Am nächsten Tag sehen wir viele kleine Erdhörnchen, viele verschiedene Vögel, Springböcke und verbringen die Mittagspause auf einer Bauminsel mit Gnus und Oryxantilopen. Natürlich im Auto. Von zwei Amerikanern hatten wir erfahren, dass hier in der Nähe ein Rudel Löwen liegen soll. Im Gebüsch, ca. zweihundert Meter entfernt, meine ich, einen gesehen zu haben. Kann aber auch ein bat-eared-fox gewesen sein.

Die Nacht verbringen wir auf einem Stellplatz beim Leopard Pan. Zum Frühstück um halb 6 gibt es meist erstmal nur Rusks (eine Art Keks) und einen Kaffee. Für das zweite Frühstück suchen wir uns immer ein schönes Plätzchen und nehmen es entspannt nach oder bei Sonnenaufgang ein. Während wir Käffchen schlürfen, sehen wir am Horizont vor der aufgehenden Sonne ein Rudel Wildhunde. 7 Tiere. Sie laufen ganz nah an uns vorbei. Was für ein Glück wir haben.



Und der Tag wird noch besser. Unter einem Baum sehen wir vier Geparden liegen. Sie lassen uns ganz nah mit dem Auto heranfahren.


Und das Glück ist noch nicht vorbei. Am Nachmittag pesen wir nun doch zu der Stelle, wo das Löwenrudel jeden Abend liegen soll. Und wie bestellt, liegen genau an der beschriebenen Stelle, 7 Löwen. So viel Schwein an einem Tag!


Wir fühlen uns wie im Autokino. Nach zwei Stunden fahren wir zum nahegelegensten Camp und hoffen, dass das nicht gebucht ist. Im Umkreis von einer halben Stunde Fahrzeit gibt es nur zwei Campingplätze mit jeweils einem Platz. Und es ist schon dunkel. Der Campingplatz ist echt ein Witz. Nur eine wilde Wiese, ohne Klo oder sonst irgendetwas. Aber egal, wir wollen hier nur pennen. Am nächsten Tag hoffen wir, die Löwen an derselben Stelle wieder anzutreffen. Und tatsächlich haben sie sich nicht wirklich weit von der Stelle entfernt. Allerdings sind Mutti und Vati ausgeflogen. Wir stellen den Motor ab und frühstücken erstmal. Wir hoffen darauf, dass die Eltern bald zurückkommen. Plötzlich taucht die Mama auf und es gibt ein Wiedersehen, als hätten sie sich Jahre lang nicht gesehen. Die kleinen drehen völlig durch. Echt süß.


An dem Tag begegnen wir dem letzten Auto für die nächsten zwei Tage. Hier steppt nicht so der Bär. Wenn man hier stecken bleibt, ist man ohne Satellitentelefon aufgeschmissen. Auf dem Weg zum nächsten Campingplatz, geht es durch fieses Gestrüpp. Anfangs haben wir versucht, die Dornbüsche so gut es ging zu umfahren. Irgendwann haben wir gemerkt, dass es keinen Zweck hat sich zu ärgern. Es geht halt nicht anders und der Lack hält ganz schön was aus. Am Piper Pan treffen wir auf ein weiteres Löwinnenpaar, die hechelnd in der Hitze unter einem Busch liegen.


Am Piper Pan Campingplatz verbringen wir die Mittagspause. Wir kochen (Ich) und chillen (Mark) in der Hängematte.


Schlafen werden wir heute im Phokoje Camp. Ursprünglich wollten wir durch das Xade Gate aus dem Park fahren. Da wir schon von mehreren Leuten gehört haben, dass die Straße ganz furchtbar sein soll, tiefe Sandpiste mit einer viel zu breiten Spur von LKWs und rechts und links dichte Dornbüsche, entscheiden wir uns, den Park über das Tsau Gate zu verlassen. Auf dem Weg zum letzten Camp ganz im Norden treffen wir noch einen einsamen Elefanten. Der Stellplatz ist total schön und wir denken an Ommi und Miri, die genau hier vor ungefähr zwei Monaten gestanden haben :) Jetzt verstehen wir, warum viele von Botswana schwärmen. Diese Natur, die Wildnis, die Tiere, das Licht, die Pisten... Alles der absolute Wahnsinn. Wir sind gespannt, was uns in diesem tollen Land noch erwartet.



Zurück in der Zivilisation verbringen wir die nächsten drei Nächte auf dem Palm Afrique Campingplatz in Ghanzi. Hier gibt es einen schönen Pool, ein tolles Restaurant und vier nette Hunde (Rusty und drei Jack Russel). Rusty weicht uns nicht mehr von der Seite und verteidigt uns mit lautem Gebell die ganze Nacht :-/ Rusty geht mit uns schwimmen, Bella gibt Mark einen Zungenkuss, Batab ist übergewichtig und der dritte Jack Russel hat einen Hüftschaden.



 
 
 

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