Die Tage zwischen den Abenteuern
- Henne

- 28. Feb. 2022
- 3 Min. Lesezeit
Aktualisiert: 5. Sept. 2022
In Ghanzi verbringen wir zwei Nächte. Unsere Go-Pro hat leider eine SD-Karte mit ziemlich viel schönem Videomaterial zerlegt. Daher versucht Mark Tag und Nacht mit unterschiedlichsten Datenwiederherstellungsprogrammen die Daten zu retten. Leider gelingt es nicht. Das ist echt traurig. Ab jetzt werden wir wohl am Ende jeden Tages die Daten auf den PC ziehen.
Weiter gehts nach Maun. Eine relativ große Stadt im Norden von Botswana. Hier werden wir die Campingplätze für das nächste Abenteuer, den Moremi und den Chobe Nationalpark, buchen. Außerdem kriegt Charly mal wieder einen großen Service. Und wir wollen versuchen den niegelnagelneuen riesigen Steinschlag in der Windschutzscheibe reparieren zu lassen.
Um die Campingplätze in den Nationalparks zu buchen, müssen wir drei verschiedene Büros in Maun abklappern. Zum Glück sind noch Plätze verfügbar und wir können alle wie geplant buchen.
Eines der Büros liegt in einer etwas unangenehmen Ecke. Da wir Charly nicht allein auf dem Parkplatz stehen lassen wollen, gehe ich allein. Ich steige eine Treppe hinauf, frage eine Frau nach dem Weg und werde ins Innere eines Gebäudekomplexes geschickt. Als ich um die Ecke biege, geht plötzlich überall das Licht aus. Stromausfall… Oje, denke ich. Jetzt ist es soweit. Jetzt werde ich ausgeraubt. Die Damen in dem Büro rufen mir zu, dass ich eintreten solle. Ich zögere etwas, aber gehe dann rein und werde freundlich begrüßt. Ich erkläre ihnen, welche Campingplätze wir buchen möchten. Da der Strom in den nächsten Minuten nicht wieder da sein wird, verschieben wir die Buchung auf den nächsten Tag.
Während Charly am nächsten Tag in der Werkstatt ist, machen wir es uns 5-6 Stunden im Wartebereich gemütlich. Ich lese gefühlt alle Spiegel Online Artikel und zwischendurch langweilt man sich zu Tode. Nach der Werkstatt geht es weiter zum Windschutzscheibenreparaturfachmann. Der Steinschlag, der uns riesig erscheint, ist für hiesige Verhältnisse nicht der Rede wert und außerdem hat der Glasfritze nicht das richtige Material da und gar keinen Bock. Na gut, dann bleibt es so, wie es ist.
Unser Campingplatz in Maun ist sehr schön. Es gibt ein Restaurant, zwei Pools und natürlich wieder einen sehr, sehr lieben Hund. Da wir jetzt in einem Hochrisikogebiet für Malaria sind, haben wir nach der Empfehlung eines südafrikanischen Arztes, mit der Prophylaxe begonnen. Bisher geht es uns gut. Zum Frühstück gibt es jetzt für die nächsten Wochen immer das Schmankerl.
Als wir eines Abends im Bett liegen und ich auf unser Fenster mit dem Moskitonetz schau, sehe ich einen Käfer, der innen neben dem Fenster sitzt. Als ich wieder hinschau, krabbelt er plötzlich außen auf dem Moskitonetz herum. Wir haben uns seit Wochen gewundert, warum die Anzahl der Insekten abends immer zunimmt, obwohl alles mit Moskitonetzen verschlossen ist. Jetzt wissen wir es. Und nicht nur die Dachluke ist undicht für Getier, auch die Seitenfenster. Da kümmern wir uns aber morgen drum. Für den Moment hilft erstmal Licht aus.
Am nächsten Tag kriegen wir mal wieder einen sehr wertvollen Tipp von einem belgischen Paar. Die beiden haben sich einen Helikopter Flug über das Okavango gegönnt und schwärmen nur so. Am selben Tag buchen wir den Flug inklusive Champagner Pause mitten im Okavango Delta für den nächsten Nachmittag. Der Helikopter ist winzig und hat keine Türen. Ich bin ein bisschen nervös. Unsere Piloten sind richtig nett. Den ersten Teil der Strecke bis das Delta beginnt, fliegen wir mit ordentlicher Geschwindigkeit, sodass der Wind uns um die Ohren pfeift. Über dem Delta werden wir langsamer und können die Aussicht genießen. Der absolute Wahnsinn. Wir sehen Zebras, Antilopen, Hippos und eine Elefantenherde, die sich nicht besonders freut, uns zu hören. Wir landen mitten im Nichts. Die Gläser und der Champus sind sogar gekühlt. Nachdem wir die Landschaft genossen und die Flasche geleert haben, geht es wieder zurück.
Völlig geflasht sitzen wir abends im Restaurant und lassen dieses tolle Erlebnis Revue passieren. Manchmal denken wir, wir bräuchten mal eine Pause, um diese ganzen tollen Erlebnisse zu verarbeiten.

























































Kommentare