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Safarifieber - Kruger Nationalpark

  • Autorenbild: Henne
    Henne
  • 27. Jan. 2022
  • 5 Min. Lesezeit

Wir haben uns gefragt, ob wir überhaupt in den Kruger Park fahren müssen, wenn wir in ein paar Tagen nach Botswana fahren. Dort soll das Safarierlebnis noch viel spannender sein. Aber nachdem wir im Imfolozi Park Safariblut geleckt haben, sind wir jetzt richtig scharf darauf, Löwen, Geparden und Leoparden zu sehen. Außerdem liegt es auf dem Weg. Am Ende fahren wir 800km durch den Kruger.

Unser erste Übernachtung haben wir im Skukuza Camp gebucht. Das Camp ist riesig. Es gibt Shops mit allem, was das Herz begehrt. Eine Tankstelle, ein Restaurant, ein Café, einen oder sogar zwei Pools… Ein Dorf mitten im Nationalpark. Unser Platz ist auch recht groß, schattig und perfekt für ein kleines Workout, das ich mir im Rondavel im Imfolozi Park ausgedacht habe. Ein bisschen Bewegung zwischendurch muss sein. Beim Abendessen hören wir plötzlich Löwengebrüll und werden ganz klein mit Hut. „Das Gelände ist doch eingezäunt, oder?“ Sicher sind wir uns beide nicht, aber unglaublich neugierig. Wir gehen in die Richtung, aus der wir das Gebrüll gehört haben. Es ist stockfinster, aber den Zaun können wir erkennen. Puh, ich weiß ja, dass es in Botswana genau so sein wird. Die Campingplätze dort haben keine Zäune. Aber heute war ich noch nicht darauf vorbereitet. Wir leuchten mit der Taschenlampe ins Gebüsch. Den Löwen sehen wir leider nicht.

Vom Skukuza Camp geht es weiter zum Lower Sabie Camp. An einem Aussichtspunkt auf ein Flussbett stehen plötzlich drei, vier Autos. Im Flussbett wurden zwei Löwen gesichtet. Als wir endlich einen Blick werfen können, ist da natürlich niemand mehr. Aber wir hören sie noch. Wieder folgen wir dem Gebrüll und tadaa, da sitzt ein Löwenpaar im Busch, allerdings nur mit dem Fernglas zu sehen. Trotzdem freuen wir uns über unsere ersten Löwen. Wir sehen viele Giraffen, unsere ersten Hippos und riesige Krokodile. Auf dem Weg zum Campingplatz trottet eine große Elefantenherde vor uns her. Da ich sehr großen Respekt vor den Tieren habe, halte ich viel Abstand und lasse die Autos überholen. „Die kenn ich irgendwie“ denk ich, als mir einfällt, dass es Vivien ist, die nebenan im Auto sitzt. Das Schweizer Mädel, mit der wir uns am Morgen, als wir zum Sanipass los wollten, verquatscht hatten. Wir verabreden uns auf ein Feierabendgetränk auf dem Campingplatz. Kurz vor dem Gate sichten wir zwei Hyänen. Sie haben es sich mitten auf der Straße gemütlich gemacht und zeigen keinerlei Interesse oder Angst, als wir uns mit dem Auto nähern.

Apropos Hyänen….. Es gibt Bereiche im Park, in denen man das Fahrzeug verlassen darf. Da stehen wir nun auf einer Brücke, neben uns ein paar andere Deutsche und beobachten zwei Löwen im Flussbett, wie sie ihre Beute gegen eine Hyäne verteidigen. Plötzlich höre ich nur „Die Hyäne kommt, die Hyäne kommt!“ Ja, denke ich, stimmt. Die Hyäne bewegt sich da unten im Flussbett in unsere Richtung, aber warum schreit der so?! Als ich meine Augen vom Fernglas nehme, sehe ich, 30m von uns entfernt, eine zweite Hyäne, die auf der Brücke in unsere Richtung läuft. Zack, sind wir im Auto. Und die Hyäne auch schon wieder verschwunden. Das wird hier ja immer spannender :)

Wenn man ein anderes Auto trifft, tauscht man sich oft kurz aus, ob man irgendwo etwas Spannendes gesichtet hat. Am nächsten Tag auf dem Weg Richtung Satara Camp, hören wir, dass auf der S34 ein Giraffenjunges gerissen wurde und da noch liegen soll. Wir bezweifeln, dass das da ein paar Stunden später immernoch liegt, aber einen Versuch ist es wert. Wir halten die Augen und die Nasen offen und suchen in der Luft und in den Bäumen nach Geiern. Plötzlich riecht es ganz arg nach totem Tier und die Geier kreisen auch schon. Wir sehen allerdings nichts. Wir wenden und plötzlich gefriert mir das Blut in Adern. Wie sie mich anguckt! Direkt am Straßenrand, 1-2 m von uns entfernt, liegt eine Löwin und nagt an einem schon ziemlich ausgehöhlten Giraffenjungen. Schnell Fenster zu. Haben wir ein Glück. Kein anderes Fahrzeug in der Nähe. Wir beobachten das Spektakel bis ein anderer Wagen kommt und es der Löwin zu viel wird. Wow, das war wirklich krass! Völlig fasziniert fahren wir weiter zum Satara Camp.

Die besten Zeiten um Löwen, Leoparden und Hyänen zu sehen sind früh morgens und ab spät Nachmittags. Daher klingelt der Wecker jetzt immer um 4:30 Uhr, damit wir um 5:30 Uhr, wenn das Gate öffnet, direkt losstarten können. Wir leuchten mit den Stirnlampen rechts und links, leuchten ins Flussbett, nichts zu sehen. Am Ende der Brücke trauen wir unseren Augen kaum. Vier Löwinnen mit drei Jungtieren schlendern vor uns auf der Straße. Die Autos und das Licht interessieren sie kaum. Wir folgen ihnen ein paar Minuten bis sie ins Gebüsch verschwinden. Der Tag fängt auf jeden Fall gut an! Das frühe Aufstehen ist echt hart (ist man halt auch nicht mehr gewohnt ), aber wenigstens wird man hier meist dafür belohnt. Wir haben sehr viele Nashörner im Hluhluwe-Imfolozi Park gesehen, aber wir freuen uns, als am Nachmittag direkt am Straßenrand ein Breitmaulnashornpaar pennt. Wie immer stellen wir den Motor ab. Ich bleibe mit meiner Hand vorsichtshalber am Zündschlüssel und der Gang ist auch schon eingelegt. Man weiß ja nie. Ich habe gelesen, dass die Nashörner ein schlechtes Sehvermögen haben, jedoch sehr gut hören können und so den Angreifer lokalisieren und direkt angreifen. Das hab ich natürlich gelesen nachdem wir fünf Meter vor Ihnen angehalten haben, um sie zu beobachten. Aber zum Glück ist nichts passiert.

Unser Fernglas ist zwar nicht schlecht, aber es darf auch gern eine Nummer größer sein und ein Zweitfernglas wär auch nicht verkehrt…Mit einen Strahlen im Gesicht kommt Mark aus dem Campingplatz Shop und zeigt mir stolz unser neues, riesiges Spotgerät. Wer das hat, braucht eigentlich gar nicht nach Afrika fahren, da kannste auch von Deutschland aus die Löwen und Elefanten sehen. Mit dem kann man wahrscheinlich auch um die Ecke gucken ;) Unsere letzte Übernachtung ist auf dem Punda Maria Campingplatz. Da wir ja wie immer sehr früh losgestartet sind, kommen wir hier mittags an und gönnen uns erstmal einen Mittagsschlaf und danach eine Abkühlung im Pool, bevor es wieder zur abendlichen Safari losgeht. Am letzen Tag erleben wir noch einmal eine völlig andere Landschaft. Wir fahren durch einen Mopanewald, treffen einen Elefanten, der uns den Weg auf der kleinsten Piste überhaupt versperrt und lernen ein nettes Paar aus Offenbach kennen, bevor wir Richtung Gate fahren.

Der Kruger war ein absolutes Highlight. Wir sind jetzt safarisüchtig und freuen uns riesig auf Botswana. Außerdem folgen wir mal wieder den Empfehlungen von Einheimischen, werfen alle Pläne über einen Haufen und fahren ganz im Norden Richtung Botswana um noch den Mapungubwe Nationalpark mitzunehmen.




 
 
 

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