Über den Hluhluwe-Imfolozi Park nach Sabie
- Henne

- 21. Jan. 2022
- 4 Min. Lesezeit
Der Nationalpark, den man übrigens Schluschluwe-Imfolosi ausspricht, ist nach den beiden Flüssen benannt, die ihn durchfließen. Hier kann man besonders gut Nashörner beobachten. Es ist das älteste Naturschutzgebiet Afrikas und soll noch schöner sein als der Kruger Park. Wir sind gespannt.
Als wir uns gerade fragen, ob es hier Giraffen gibt, steht die erste direkt am Straßenrand und guckt uns interessiert an. Das sind so hübsche Tiere. Da wir schon spät dran sind, fahren wir relativ zügig durch den Park zum Camp. Wir wohnen in einem Rondavel mit einer kleinen Küche und Bad. Am nächsten Tag klingelt um halb fünf der Wecker. Wir hoffen Löwen, Leoparden und Hyänen zu sehen. Es ist dunkel und gibt noch keinen Strom. Aber zum Glück gibt es einen Gasherd, um Wasser für den Kaffee heiß zu machen. Wir sehen viele Nashörner, Elefanten, Giraffen, Büffel, Gnus, Affen, Warzenschweine, jede Menge Impalas und Nyalas. Zum Mittagessen sind wir wieder zu Hause und entspannen auf unserer Terrasse und beobachten die Warzenschweine im Vorgarten :) Am Nachmittag geht es nochmal los auf Safari. Löwen haben wir leider wieder nicht gesehen. Aber der Park ist wunderschön. Für den nächsten Morgen buchen wir uns einen Bushwalk, bei dem wir von einer Rangerin mit großem Gewehr begleitet werden. In einem großen Toyota Landcruiser Safarimobil geht es zum Ausgangspunkt. Auf dem Weg sehen wir einen einsamen, männlichen Büffel. Büffel sollen die aggressivsten Tiere der Big 5 sein. Die Rangerin weist uns auch noch einmal darauf hin und parkt dann das Auto keine 50 m weiter und wir steigen aus. Das geht ja gut los. Sie wird schon wissen, was sie tut. Sie zeigt uns Fußspuren von Gnus, Büffeln, Nilpferden und auch von Nashörnern.
Als wir auf einem Feld voll Dung stehen, erfahren wir, dass wir gerade auf einer Nashorntoilette stehen. Die im Revier ansässigen Nashörner zerlegen und verteilen ihre Köttel auf dem Dungfeld. Nashörner aus anderen Gebieten, die unterwegs ihr Geschäft erledigen müssen, benutzen auch diese Klos, lassen ihre Köttel aber am Stück. Höchst interessant. Auf der Tour lernen wir viel darüber, wie die verschiedenen Tiere ihr Geschäft erledigen. Am spannendsten finde ich die Vorgehensweise der Nilpferde. Während sie defäkieren, rotieren sie mit dem Schwanz, sodass alles schön weit verteilt wird. Bisher haben wir das nur im Wasser beobachtet. Sieht sehr lustig aus! Auf dem weiteren Weg durch die Wildnis sehen wir einige Büsche, die von oben bis unten gesprenkelt sind. Die Spuren sehen zum Glück älter aus. Aber die frischen Büffel- und Nashornhaufen treiben meinen Adrenalinspiegel etwas in die Höhe. Zu Fuß bin ich dann doch nicht allzu scharf darauf Tiere zu sehen.
Die Rangerin zeigt uns Pflanzen deren Wurzeln gegen Schlangenbisse helfen sollen, wilden Basilikum und erklärt uns, was es mit den weißen, schaumig aussehenden, runden Gebilden auf sich hat, die wir immer wieder in der Nähe von Gewässern an Bäumen gesehen haben. Frösche bauen diese Nester zur Fortpflanzung. Die Weibchen legen ihre Eier in den Schaum, welche dann befruchtet werden und die Kaulquappen fallen dann irgendwann ins Wasser.
Auf einem kleinen Felsvorsprung mit Blick auf den Hluhluwe machen wir eine Pause. Unten am Fluss dösen drei monströse Breimaulnashörner.
Auf dem Rückweg flüchten Paviane und Nyalas vor uns. Außer einer riesigen Schnecke und ein paar Schildkröten, haben wir glücklicherweise keine weiteren Tiere gesehen. Worüber ich auch ganz froh bin. Mit vielen neuen Eindrücken fahren wir weiter zum Hilltopp Camp im Hluhluwe Teil des Parks. Das Restaurant hat einen schönen Außenbereich mit tollem Blick. Eine Zebraherde grast ganz in unserer Nähe. Als ein paar Paviane, die hier noch größer wirken als sonst, sich auf der Terrasse ausbreiten, gehe ich lieber rein. Mark ist da irgendwie entspannter. Eine Sprühflasche mit Wasser gefüllt scheint eine gute Alternative zur Zwille zu sein, um die Viecher zu vertreiben. Vielleicht sollten wir uns eine Wasserpistole zulegen 🤓
Unser Rondavel ist sehr gemütlich und nach ein paar Runden Monopoly-Kartenspiel ratzen wir tief und fest. Am nächsten Tag geht es noch ein Stückchen durch den Park, bevor wir wieder auf der Autobahn Richtung Kruger Park sind. Wir hatten eigentlich geplant, durch Eswatini zu fahren. Dort hatte es vor ein paar Monaten heftige Unruhen gegeben, und immernoch soll es Straßenblockaden und Proteste geben, sodass wir uns dazu entschlossen haben, es von der Reiseliste zu streichen.
Wir machen einen Zwischenstopp in Piet Retief. Da Charly komische Geräusche von sich gibt, fahren wir spontan nochmal zu einer Toyota Werkstatt. Die Mechaniker dort sind so nett und kompetent. Leider ist das Geräusch, während wir in der Werkstatt sind, nicht zu hören, daher können sie uns nicht wirklich weiterhelfen. Sie vermuten eine verstopfte Einspritzdüse.
Aber endlich bekommen wir einen Ersatz für den abgebrochenen Schmiernippel. Und müssen nichts bezahlen. Weiter gehts nach Sabie. Ein kleiner Touriort mit einem schönen Campingplatz und vielen Freizeitangeboten, unter anderem Rafting. Da Mark schon lange so heiß darauf ist, buchen wir eine Tour für morgen. „Da werden wohl keine Krokos oder Hippos sein, wenn die das da anbieten!“ Mmh, ja macht Sinn. Nachdem wir bezahlt haben, fragt Mark nochmal nach. Hippos lange nicht mehr, aber Crocs, yeah. Meine Gesichtsausdruck verrät meine Gedanken und der Typ macht sich darüber lustig, dass ich offensichtlich Angst habe. Aber wir haben vier Guides, die uns begleiten. Ein Guide erklärt uns alles und ich muss die ganze Zeit an den afrikanischen Guide aus dem Buch „Hummeldumm“ denken. Nach jedem Satz sagt er „ne“. Bikki, ne?! Wir kriegen ein Zweierraft und los gehts. Der eine Guide liegt schon nach einer Minute im Wasser. Hoffentlich kann er besser Krokodile vertreiben als Kanufahren. Über die Stromschnellen zu paddeln macht richtig Laune. Zwischendurch können wir uns einfach treiben lassen und genießen. Kurz vor Ende parken wir die Boote. Jetzt heißt es ab ins Wasser durch die Stromschnelle, ohne Boot. Ich bin doch nicht verrückt und außerdem zu alt für so ’nen Scheiß. Wir machen es trotzdem und es ist richtig erfrischend und macht sogar Spaß. Aber einmal reicht. Wir sehen sogar ein kleines Krokodil. Aber das liegt ganz entspannt im Wasser und ist so klein, dass es mich nicht stresst. Der letzte Strudel lässt das Boot noch einmal richtig hüpfen. Obwohl ich anfangs echt Schiss hatte, war es ein tolles Erlebnis und hat richtig Spaß gemacht. Da es noch früh ist, schaffen wir es heute sogar noch in den Kruger Park ins Skukuza Camp.































































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